Mobile Learning: Hype oder neue Lernmöglichkeiten?

Am Samstag habe ich im Linz im Rahmen des MedeaNET Workshops einen Vortrag zum Thema Mobile Learning gehalten. Ich habe mich dabei dem Thema aus lernpsychologischer Sicht angenähert. Da mir manchmal die Sicht auf Lernen etwas zu technikorientiert ist, habe ich zu Beginn meines Vortrags Postman und Lissmann zitiert.  Neue Medien und Technologien wie TabletPCs (iPad, Samsung Galaxy) eröffnen sehr wohl neue Möglichkeiten für den Unterricht. Jedoch ist es notwendig einerseits aus didaktischer Sicht sich mit der Frage nach dem entsprechenden Lernszenario zu beschäftigen und andererseits aus lernpsychologischer Sicht der Frage nach der Unterstützung der Lernprozesse beim Individuum nachzugehen. Chancen sehe ich vor allem in interaktive Apps, die multimedial aufbereitet sind, kollaboratives Lernen unterstützen aber auch die Möglichkeit des übens anbieten. Interessant und spannend wird es sicherlich noch was sich im Bereich Augmented Reality tut und welche Apps hier uns zusätzlich einen Blick auf einen Welt geben, die uns bisher verborgen geblieben ist (z.B. biologische Prozesse, historische Veränderungen). Am Ende des Vortrages habe ich noch eine Studie, die an unserem Studiengang Kommunikation, Wissen, Medien durchgeführt worden ist, präsentiert (Masterstudienprojekt). Dabei handelt es sich um eine Fallstudie in Kooperation mit einem Gymnasium. Die betreffende Lehrerin hat eine interessante fächerübergreifende Aufgabenstellung für die Schülerinnen und Schüler entwickelt. Die SchülerInnen arbeiteten kollaborativ und projektorientiert unter Einsatz eines iPads an der Aufgabenstellung. Interessant war vor allem der kollaborative Arbeitsstil der SchülerInnen. Ein interessantes Ergebnis war auch, dass keine signifikanten Unterschiede bzgl. computerbezogener und iPad-bezogender Selbstwirksamkeit gefunden worden sind. Einige bisherige Befunde besagen (z.B. Vekiri & Chronaki, 2008), dass sich die Mädchen bzgl. Computer und Internet weniger zutrauen als die Jungen. Die Jungen schätzen sich kompetenter und sicherer ein bzgl. des Umgangs mit dem PC. In unserer Studie konnten diese Unterschiede nicht festgestellt werden. Wobei dabei zu erwähnen gilt, dass unter Berücksichtung der lern-und arbeitsbezogenen Nutzung diese Unterschiede auch nicht gefunden werden (Imhof, Vollmeyer & Beierlein, 2007). Wenig überraschend war das Ergebnis, dass die SchülerInnen alle sehr motiviert waren diese Aufgabe unter Einsatz des iPads zu bewältigen. Dies kann auch auf einen Novitätseffekt zurück geführt werden.

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2 Antworten auf Mobile Learning: Hype oder neue Lernmöglichkeiten?

  1. hallo tanja

    danke für deine folien, sind ja sehr interessant – ich würde aber bei der kollaboration mit mobile devices gerne noch einen schritt weitergehen wollen (der bei dir noch gar nciht vorkommt) und darüber nachdenken, was passiert wenn wir über die geräte schüler-schüler zusammenarbeiten lassen :-)

    siehe: http://app.tugraz.at/?p=451

    lg
    martin

  2. tanjadin sagt:

    Hallo Martin,

    danke für den Hinweis. Stimmt das steht nicht auf den Folien, meine ich aber auch unter dem Punkt kollaboratives Lernen. Interessant wird es vor allem dann, wie bei dem Abschlussvideo auch kurz gezeigt, kollaborativ mit anderen Klassen, schulübergreifend bzw. einholen von Expertise, Zusammenarbeit mit Experten ….

    lg
    Tanja

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